Genetische Vielfalt
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Was ist genetische Vielfalt?
Im Zellkern jeder Zelle eines jeden Lebewesens liegen die verschlüsselten Baupläne in Form von DNA-Ketten (DNA = desoxyribonucleic acid) vor – die Erbinformation. Ein lokalisierbarer Bereich auf der DNA, aus dem die Bildung eines Genprodukts (z.B. ein Protein) möglich ist, bezeichnet man als Gen. Die Ausprägung der Merkmale eines Lebewesens werden von Genen bestimmt. Alle Organismen besitzen eine Vielzahl an Genen. Beispielsweise sind im menschlichen Erbgut ungefähr 27.000 Gene mit mehreren Milliarden einzelnen „Buchstaben“ zu finden und mit dieser Anzahl an Genen liegt der Mensch nicht an der Spitze. Einige Blütenpflanzen besitzen bis zu 400.000 Gene. Sie können jeweils in verschiedenen Varianten vorkommen, die als Allele bezeichnet werden. Die Vielfalt an Obst- und Gemüsesorten oder die Tatsache, dass kein Mensch gleich aussieht (von eineiigen Zwillingen abgesehen) hat seine Ursache in der Kombination vieler unterschiedlicher Allele. Sie sind somit verantwortlich für die Unterschiede der Eigenschaften von Lebewesen. Diese Vielfältigkeit sorgt für die nötige Anpassungsfähigkeit, damit eine Art in einer sich ändernden Umwelt überleben kann.
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Bedeutung der genetischen Vielfalt
Eine hohe genetische Vielfalt ist die Basis der Evolution und damit die Grundlage für die Entstehung und Anpassungsfähigkeit der Arten. Übersetzt bedeutet das: Eine große Auswahl an Allelen ermöglicht die Entstehung vieler verschiedener Eigenschaften, durch Kombination unterschiedlicher Allele. Damit ist eine optimale Anpassung der Lebewesen an ihre Umwelt gewährleistet. So haben sich beispielsweise besondere Färbungen und Formen entwickelt, die der Tarnung dienen und den Trägern dieser besonderen Merkmale Schutz gegen Fressfeinde bieten oder Räuber vor ihrer Beute verbergen. Eine hohe genetische Vielfalt erhöht außerdem die Wahrscheinlichkeit, dass „schädliche“ Gene, welche zum Beispiel für genetische Krankheiten verantwortlich sind, nicht zur Ausprägung kommen, da sie stark „verdünnt“ vorkommen. Bei einer geringen genetischen Vielfalt, wie es bei kleinen Populationen der Fall ist, werden „schädliche Gene“ leichter ausgeprägt und können somit eine Ursache für das Aussterben einer Population oder sogar einer Art sein. Hohe genetische Vielfalt kann somit als Lebensversicherung der Arten angesehen werden.


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